
Anfangs Woche berichtete
handelsblatt.com, dass
Liberty Global (
UPC) plane, nach Unitymedia
weitere deutsche Kabelnetzbetreiber zu übernehmen. Diese Meldung wurde von Liberty umgehend als "reine Spekulation"
dementiert.
Langfristig dürfte hingegen klar sein, dass
Medienmogul John Malone im Begriff ist, einen deutschen Ableger von UPC zu bauen.
Der Kauf von Unitymedia, der noch von der Europäischen Kommission gutgeheissen werden muss, ist erst der Grundstein:
- Bereits 2002 wollte Liberty die Kabelnetze der deutschen Telekom kaufen, wurde aber vom Kartellamt gestoppt
- Seit
DSL-Anbieter auch im Fernsehgeschäft und Kabelanbieter bei Telefonie und Internet mitmischen, verflüchtigen sich die Bedenken des Kartellamts
- Der Kauf von möglichst vielen Kabelnetzen macht Sinn, um Streuverluste beim Marketing zu minimieren
- Der deutsche Kabelmarkt hat im Internetbereich Marktanteile von unter 10%, in anderen europäischen Märkten sind es bis zu 50%. Es besteht ein grosses Wachstumspotenzial
- In den Kaderpositionen der grossen Kabelbetreiber oder deren Finanzierungsgesellschaften sitzen diverse Kumpane von Malone
Verbindungen zwischen Liberty Global und den deutschen Kabelnetzbetreibern
Unitymedia:
4,6 Mio. angeschlossene Haushalte, 1700 Mitarbeiter
Gekauft für 3,5 Mrd. Euro
Parm Sandhu - CEO, ehemals Finanzmanager bei Liberty Global
Christopher Winfrey - ehemals
Cablecom (gehört heute Liberty Global)
Kabel Deutschland (KDG):
9 Mio. angeschlossene Haushalte, 2800 Mitarbeiter
Erik Adams - Chief Marketing Officer, ex Cablecom
Ehemalige Mitarbeiter:
Herb Hribar - Ehemals COO von KDG
Parm Sandhu - Sollte die Übernahme von KDG durch Liberty Global durchführen
KDG ist im Besitz von
Providence:
Richard Parsons - Berater, Chairman Citigroup / ex Time Warner
Kabel BW:
3,5 Mio. angeschlossene Haushalte, 2,3 Mio. Kunden, 718 Mitarbeiter
Im Besitz von
EQT
Orion:
4 Mio. angeschlossene Haushalte (3 Mio.
Tele Columbus / 1 Mio.
Primacom)
Im Besitz von Escáline internationale
Im Buch "
Cable Cowboy
" wird beschrieben, wie Malone in der Vergangenheit vorgegangen war, um in Amerika ein Medienimperium aufzubauen. Diese Taktiken haben sich nicht signifikant verändert, auch wenn Malone nun hauptsächlich ausserhalb der USA tätig ist.
Falls die Übernahme von Unitymedia bewilligt wird, wovon ausgegangen werden darf, wird Malone-Zögling
Mike Fries nicht lange zaudern und weitere Übernahmen in Deutschland einleiten.
Wir wünschen guten Appetit und hoffen, dass es keine Verdauungsstörungen gibt bei dieser Heisshungerattacke.