Nachdem die EU-Kommission am Montag der Übernahme von Unitymedia durch Liberty Global zugestimmt hat, verlässt CEO Parm Sandhu das Unternehmen.
"Ich möchte Sie außerdem darüber in Kenntnis setzen, dass ich mit dem Verkaufsabschluss als Chief Executive Officer von Unitymedia zurücktrete, nachdem ich mich entschieden habe, anderweitige berufliche Perspektiven zu verfolgen", schreibt Sandhu in einer E-Mail an seine Mitarbeiter
Künftig führt Gene Musselman die Geschäfte bei Unitymedia. Musselman ist seit 2003 President und Chief Operating Officer von UPC Broadband, Tochter von Liberty Global.
"Wir freuen uns, unsere europäischen Aktivitäten um Unitymedia zu erweitern. Parm Sandhu und das Management-Team von Unitymedia haben ein erstklassiges Unternehmen aufgebaut, durch welches unser europäisches Geschäft eine neue Größenordnung und weitere Wachstumsmöglichkeiten erhält", erklärte Mike Fries, President und CEO von Liberty Global.
Langfristig dürfte hingegen klar sein, dass Medienmogul John Malone im Begriff ist, einen deutschen Ableger von UPC zu bauen.
Der Kauf von Unitymedia, der noch von der Europäischen Kommission gutgeheissen werden muss, ist erst der Grundstein:
- Bereits 2002 wollte Liberty die Kabelnetze der deutschen Telekom kaufen, wurde aber vom Kartellamt gestoppt
- Seit DSL-Anbieter auch im Fernsehgeschäft und Kabelanbieter bei Telefonie und Internet mitmischen, verflüchtigen sich die Bedenken des Kartellamts
- Der Kauf von möglichst vielen Kabelnetzen macht Sinn, um Streuverluste beim Marketing zu minimieren
- Der deutsche Kabelmarkt hat im Internetbereich Marktanteile von unter 10%, in anderen europäischen Märkten sind es bis zu 50%. Es besteht ein grosses Wachstumspotenzial
- In den Kaderpositionen der grossen Kabelbetreiber oder deren Finanzierungsgesellschaften sitzen diverse Kumpane von Malone
Verbindungen zwischen Liberty Global und den deutschen Kabelnetzbetreibern
Im Buch "Cable Cowboy" wird beschrieben, wie Malone in der Vergangenheit vorgegangen war, um in Amerika ein Medienimperium aufzubauen. Diese Taktiken haben sich nicht signifikant verändert, auch wenn Malone nun hauptsächlich ausserhalb der USA tätig ist.
Falls die Übernahme von Unitymedia bewilligt wird, wovon ausgegangen werden darf, wird Malone-Zögling Mike Fries nicht lange zaudern und weitere Übernahmen in Deutschland einleiten.
Wir wünschen guten Appetit und hoffen, dass es keine Verdauungsstörungen gibt bei dieser Heisshungerattacke.
In Deutschland kann bei vielen DSL-Paketen eine internationale Telefon-Flatrate dazugebucht werden. Damit kann man gegen eine feste monatliche Gebühr kostenlos oder verbilligt ins Ausland telefonieren.
Wer Familie oder Bekannte im Ausland hat, kann damit eine Menge Geld sparen.
Alle angebotenen Flatrates gelten aber nur für Anrufe auf ausländische Festnetze, darum unbedingt vor dem Anruf prüfen, ob man auf ein Mobiltelefon anruft. Sonst zahlt man das Lehrgeld bei Erhalt der Rechnung.
Wir haben die internationalen Phone-Flats der bekanntesten Anbieter für Sie zusammengestellt:
Ins Festnetz von Österreich, Belgien, Dänemark, Frankreich, Irland, Italien, Vatikanstadt, Luxemburg, Niederlande, Norwegen, Portugal, Spanien, Schweden, Schweiz, Türkei, Tschechien, Großbritannien, USA inkl. Alaska, Kanada, Polen und Russland
Ins Festnetz von Belgien, Dänemark, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Irland, Italien, Kanada, Liechtenstein, Luxemburg, Niederlande, Norwegen, Österreich, Portugal, San Marino, Schweden, Schweiz, Spanien, USA, Vatikanstadt
Damit ist Murdoch nach mehreren Anläufen der Wiedereinstieg in den deutschen Medienmarkt gelungen.
Der Australier mit amerikanischem Pass war Anfang des Jahrzehnts bereits einmal Gesellschafter bei Premiere gewesen. Durch den Zusammenbruch des Medienimperiums von Leo Kirch - zu dem Premiere damals gehörte - musste er sich zunächst wieder vom deutschen Markt verabschieden.
Für Neukunden, die ausschließlich an den Internet- und Telefonangeboten (2-Play-Produkte) interessiert sind, ist ein Kabelfernsehvertrag keine Voraussetzung mehr. Dieser kostete bisher € 16,90 und war zwingend notwendig. Die Produkte werden somit auch für Haushalte mit Sat-TV und DVB-T attraktiv.
Defensiv geht nicht mehr. Die deutschen Kabelanbieter investieren massiv in ihre Netze und planen gemäss FTD Übernahmen im grossen Stil.
So strebe der Eigner von Unity Media, der Finanzinvestor BC Partners, einen Zusammenschluss mit Kabel BW an und sei auf der Suche nach einem geeigneten Übernahmekandidaten in der Telekombranche, um die Region flächendeckend mit Breitbanddiensten versorgen zu können. Arbeitstitel des Mega-Projekts: "Kabel West".
Seit selbst regionale Telekomanbieter mit Internet-TV-Angeboten auf den Markt drängen, kann immer weniger von Marktbeherrschung der Kabelanbieter ausgegangen werden und das Kartellamt könnte grünes Licht für Fusionen in der deutschen Kabelbranche geben, welche vor allem bei den Internetanschlüssen weit hinter Ländern wie Grossbritannien, den Niederlanden oder der Schweiz hinterherhinkt.
Kartellamtspräsident Bernhard Heitzer meinte dazu in einem Interview: "Wir sind nicht blind."
Inzwischen nutzten bei großen Anbietern wie Kabel Deutschland, Kabel-BW und Unitymedia insgesamt rund 684.000 Kunden das TV-Kabel im Rahmen von Triple-Play-Angeboten für den Internet-Zugang, weitere 551.000 würden es auch für Telefonate verwenden, teilte der Verband am Dienstag mit.
Der Vergleich wird von Sat + Kabel gleich mitgeliefert: Die deutsche Telekom alleine hat 13,1 Millionen DSL-Kunden, der grösste Telekom-Konkurrent zählt 2,54 Millionen DSL-Anschlüsse.
Die Stimmungmache gegen die Regulierung im Kabel-Sektor scheint als Ziel zu haben, die Übernahmegelüste von Kabel Deutschland & Co. zu befriedigen.
Das ist zwar legitim, man muss sich aber fragen, warum die obengenannten drei grössten Kabelnetzbetreiber Deutschlands es bisher nicht auf die Reihe kriegen, mehr Kabelkunden mit Internet und Telefonie zu versorgen als die Kabelanbieter der Schweiz, obwohl es in Deutschland potentiell 10x mehr Kunden gäbe...
Der IT-Branchenverband Bitkom hat das Bundeskartellamt aufgefordert, seine Massstäbe bei Übernahmen zu überdenken.
Gemäss Bitkom sehe das Bundeskartellamt die Telecomindustrie und Kabelanbieter als gesonderte Märkte an. Dies habe zur Folge, dass Übernahmen innerhalb der Kabelindustrie verunmöglicht würden.
So hätte die Behörde zuletzt den geplanten Einstieg von KDG beim kleineren Anbieter Primacom blockiert. Derzeit wartet KDG noch auf die Zustimmung des Kartellamts, rund 1,2 Millionen Anschlüsse vom Rivalen Orion zu übernehmen.
In den USA oder auch in der Schweiz beherrscht die Kabelbranche rund 50 Prozent des Marktes für Breitbandanschlüsse. Einer Studie des Beraterhauses Solon zufolge werden deutsche Kabelnetzbetreiber ihren Anteil von derzeit vier Prozent bis 2010 auf kaum mehr als zehn Prozent steigern können.
Wie die deutsche Kabelanbieterin Kabel Deutschland berichtet, wird sie ihre Paketangebote ab 19. November aufwerten. So stehen beim Tarif 'Paket Comfort' neu die doppelte Download- und Uploadgeschwindigkeit zur Verfügung (Neu 20000/1000), bei 'Paket Deluxe' wird die Download-Geschwindigkeit von 26 auf 30 Mbit/s erhöht und die Uploadgeschwindigkeit ebenfalls verdoppelt (Neu 30000/2000).
Die Tarife ‚Flat Deluxe’ und ‚Paket Deluxe’ beinhalten neu kostenlos das Sicherheitspaket ‚HighSecure Professional’ (Viren- und Spamschutz, Kindersicherung etc.) sowie das Hosting Paket ‚Start’.
Alle Paket- und Einzelangebote von Kabel Internet und Kabel Phone sind seit Juni auch ohne Kabelfernsehen buchbar. Voraussetzung ist lediglich ein Kabelanschluss in der Wohnung oder im Keller. Weiterhin muss die Wohnung oder das Haus an ein Kabelnetz angeschlossen sein, das mit einem Rückkanal versehen ist.
Bestehende Kunden können nur profitieren, wenn sie den Vertrag um weitere 12 Monate verlängern lassen.
Kabel Deutschland eifert damit dem Konkurrenten Unitymedia nach, dort können Kunden seit dem 5. November bis zu 32 MBit/s im Downstream und 1 MBit/s im Upstream erhalten.